Als Interim-Lobbyist in Berlin, gemeinsam für eine Allianz der Wissensarbeiter!

Foto: privat

Foto: privat

Gestern im BMAS, vulgo Arbeitsministerium. Wir sprechen mit dem zuständigen Abteilungsleiter, er nimmt sich zwei Stunden Zeit für uns. (In Ministerien sind Abteilungen ziemlich weit oben, gleich unter den Staatssekretären.) Für den AIMP kamen Rechtsvorstand Bodo Blanke und ich. Mit uns in die Hauptstadt reiste die in dieser Frage schon viel bewandertere DDIM-Chefin, Dr. Marei Strack. Wer die Vorgeschichte kennt, der weiß auch, dass gemeinsames Auftreten der Schwesterorganisationen DDIM und AIMP schon in sich ein großer Erfolg ist.

Aber genau diese Gemeinsamkeit brauchen wir auch. Nicht nur zwischen den Provider-Verbänden, sondern auch mit möglichst vielen anderen Selbständigen-Organisationen. Ganz besonders denjenigen, die freiberufliche Wissensarbeiter vertreten. Denn der Referentenentwurf des BMAS betrifft nicht den klassischen Selbstständigen. Der kommt nur anfangs und gegen Ende des Projekts zum Kunden, den Großteil des „Werks“ erstellt er in seinem Büro bzw. seiner Werkstatt, seinem Atelier oder was immer. Da stellt keiner die Selbständigkeit in Frage.

Unser Dilemma ist doch, dass wir weitaus enger mit dem Kunden zusammenarbeiten. Nämlich über Monate und Jahre, fast immer eingebettet beim Kunden, Tag für Tag und Tisch an Tisch oder Tür an Tür mit dessen Personal. Nur diese intensive Einbettung Externer ins Unternehmen ermöglicht unsere spezifische Wertschöpfung: Agile, schnelle und intensive Interaktion. Nur so geht Change in einer komplexen Umgebung. Das verstehen noch nicht alle. Mehr dazu in meinem SZ-Beitrag vom Montag dieser Woche.

Die Vertreter des Sozialstaats müssen unsere moderne Arbeitsweise verstehen. Und Selbständige müssen verstehen, dass auch sie keine sozialstaatsfreie Insel bilden können. Etwa wenn es um Vorsorge fürs Alter geht. Der Gesetzentwurf hat vor allem die klassischen Selbständigen im Sinn. Menschen wie Handwerker und freie Berufe, die ihre Leistung vorwiegend mit eigenem Werkzeug und in eigenen Räumen produzieren. Manchmal hat man das Gefühl, dass moderne, vor Ort arbeitende Interim Manager und ähnliche freiberufliche Wissensarbeiter in manche Weltbilder nur mit Mühe hereinpassen. Das müssen wir gemeinsam ändern. Schon dafür war Berlin eine Reise wert.

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert für Als Interim-Lobbyist in Berlin, gemeinsam für eine Allianz der Wissensarbeiter!

20-Jahres-Jubiläum und andere Vorhaben zum Jahresauftakt

Quelle: pixabay.com

Das ZMM-Jubiläumsjahr beginnt schon im Januar, ermuntert mich unsere Marketing-Spezialistin. ZMM wurde am 1.11.1996 gegründet. Unsere Kunden und Professionals dürfen somit bis Dezember mit zahlreichen Liebeserklärungen von ZMM rechnen. Natürlich in unterschiedlichen Formen und Farben. Aber nicht zwingend in jedem einzelnen Blog. Seien Sie gespannt auf unsere ZMM-News und -Aktivitäten, die Sie das gesamte Jahr über begleiten werden.

Es gibt ja noch andere Themen, etwa AIMP und Rechtsthemen. Nach 11 aufregenden und erfolgreichen Jahren konnte ich den AIMP-Vorsitz zum Jahreswechsel an meinen Nachfolger Andreas Suter übergeben. Er wird das Amt wunderbar weiterführen, das zeigte er schon kurz nach seiner Wahl.  Als Ehrenvorsitzender bleibe ich dem AIMP weiterhin verbunden, insbesondere aktuell mit einem konkreten Mandat. Mit dem neu gewählten AIMP-Vorstand Bodo Blanke engagiere ich mich für mehr Rechtssicherheit im deutschen Interim-Markt. In zwei Wochen vertreten wir das Thema auch bei einem Gespräch im Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Dr. Marei Strack, Vorsitzende unserer Schwesterorganisation DDIM, wird uns unterstützen. Auch und gerade eine soziale Marktwirtschaft braucht freiberufliche Manager auf Zeit als belebendes Ferment.

Das Beruhigende: Die erste Kurzfassung eines vom AIMP beauftragten Gutachtens des renommierten Münchner Arbeitsrechtlers Prof. Rieble macht deutlich, dass Interim Manager keine Arbeitnehmer sind, wohl aber in bestimmten Fällen sozialversicherungspflichtig werden können. ZMM-Kunden erhalten ausführlichere Aussagen in Kürze.

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert für 20-Jahres-Jubiläum und andere Vorhaben zum Jahresauftakt

Ade Du schnöde Welt
(und warum 2016 alles besser wird)

Quelle: pixabay.com

Quelle: pixabay.com

Das Web schreibt die titelgebende Wehklage sowohl Donald Duck wie Andreas Hofer zu, beide in verzweifelter Lage. ZMM geht es weit besser als Donald, der nach einem Fischschwarm-Angriff mit zerfetztem Taucheranzug unter der Eisdecke hängt. Aber die Verschnöderung deutscher Geschäftssitten kostet uns täglich eine Stunde, etwa weil uns Kunden Anfragen schicken, die in Wahrheit nicht ernst gemeint sind und sich zuletzt durch die berühmte interne Lösung erledigen.

Leider ist es immer öfter so. Man arbeitet hart an einer guten Lösung für den Kunden – keine Antwort. Man bemüht sich um einen Besuchstermin – keine Zeit, nicht einmal für ein Telefonat. Man hat eine Empfehlung von höherer Stelle – schon eine Ebene tiefer zählt das wenig. Keine Antwort, nirgendwo? Am unschnödesten sind DAX-Vorstände und kleinere Mittelständler. Bei den DAX-Vorständen liegt es mitnichten nur an der exzellenteren Assistenz. Oft merkt man an Text oder Uhrzeit, hier schreibt der Chef selbst. Und viele kleinere Mittelständler sind meist noch altmodisch genug für ein bisschen Freundlichkeit. Nur wie lange noch?

Unabhängig von der Firmengröße steht das Middle Management heute überall unter Druck. Assistentin, das war einmal. Doch keine Zeit für Höflichkeit, das wäre zu kurz gedacht. Wenn ich ein Angebot schon zurückweise, dann doch bitte wenigstens höflich und rasch. So spare ich beiden Seiten vertane Zeit. Wenn ich die Ablehnung noch kurz begründe, muss der andere nicht mehr nachfragen. Und er fühlt sich gewürdigt.

Schnödigkeit hat mehrere Dimensionen. Romantisch bedeutet sie unerwiderte Liebe, gesellschaftlich Geringschätzung und Wurschtigkeit. Wirtschaftlich zeigt sie sich als Geiz, aber auch als asymmetrisches Engagement: Ein Partner bemüht sich, der andere kein bisschen. Politisch führt sie etwa zu Wahlkampf auf Kosten der Schwachen. Der Schnöde handelt rücksichtlos, mindestens unsympathisch, fast immer kurzsichtig. Gemeinsame Klammer aller Fälle: Die kalte Schulter zum Gegenüber.

Es geht nicht ums Moralisieren sondern darum: Schnödheit wird von schnöden Führungskulturen und Geschäftsmodellen getrieben. Hinter schnöden Mitarbeitern stehen schnöde oder gleichgültige Chefs. Doch ich bin überzeugt: Schnödes Verhalten rechnet sich nur auf kurze Sicht.

Natürlich sind wir unverdrießbar. Im nächsten Jahr wird alles besser. Global und national beginnt das bereits. Die Kopenhagener Klimakonferenz scheiterte an schnödem Kleinmut, in Paris siegte eine Allianz großherzigen Mutes. In der deutschen Flüchtlingspolitik konnte sich Merkel gegenüber schnöderen Unionskollegen behaupten. Arbeiten wir also an der Entschnöderung der Welt.

Vor allem aber: 2016 wird schon deshalb viel besser, weil es ja unser Jubiläumsjahr ist. Wer wird uns noch schnöde behandeln, wo wir doch im November schon 20 werden?

PS: Bitte summen Sie die Überschrift nach dem schönen Lied Ade zur guten Nacht. Das passt nicht nur musikalisch sondern auch inhaltlich. In Strophe vier beklagt der Dichter die Schnödheit der Mädchen in der Welt, die falscher sind als das Geld.

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert für Ade Du schnöde Welt
(und warum 2016 alles besser wird)