ZMM 20 Jahre: Rückblick I
1996 bis 2001: Das Brot der frühen Jahre

Quelle: pixabay.com

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Mülder & Partner war bis zu seiner Verschmelzung auf Heydrick & Struggles 1997 eine der erfolgreichsten Executive Search-Firmen Deutschlands. Dass die zwölf Partner auch innovativ waren, bewiesen sie durch die Gründung einer Interim-Tochter im Herbst 1993, an deren erfolgreichen Aufbau ich von März 1994 bis Oktober 1996 beteiligt war. Aller Anfang ist schwer, das wusste ich schon als Einsteiger bei dem damaligen Interim-Pionier. Was ich am 1.11.1996, beim Start von ZMM, nicht wissen konnte: Als No Name anzufangen ist viel schwerer.

Wider Erwarten folgten mir nur wenige Kunden zu ZMM. Ich hatte unterschätzt, dass Firmen zu Firmen halten. Zur wichtigsten Lektion meiner ersten fünf ZMM-Jahre wurde somit das, was ich später als Unterschied zwischen subjektivem und objektivem Marketing bezeichnete. 80 Prozent meiner nach außen gerichteten Zeit galt dem objektiven Marketing, also Mailings, Anrufen und Besuchen bei mir noch unbekannten Kunden. Das brachte ZMM maximal 20 Prozent seiner Aufträge bis Ende 2001. Nur 20 Prozent meiner Zeit widmete ich der Akquisition im eigenen Netzwerk. Doch von da kamen 80 Prozent der Projekte. Insgesamt hatten wir viele spannende Projekte, hier einige Beispiele.

Nach meinem Eindruck geht es vielen ähnlich, die in neuen Berufen, Branchen, Firmen oder Funktionen von Null aus einen Markt erobern müssen. So brauchen die meisten frisch gebackenen Interim Professionals drei oder vier Jahre bis zu halbwegs befriedigender Auslastung. Unter Zero to Hero sind meine Erfahrungen aus dieser Zeit zu finden – vielleicht trostreich für manchen.

Zugleich brachten diese Jahre den rasantesten Wandel unserer Branche. 1996 gab es nur eine Handvoll nennenswerter Anbieter, 2001 schon Dutzende. Und das Schöne: 2001 kam die deutliche Mehrheit unserer Aufträge aus objektivem Marketing, also außerhalb des Freundeskreises. Family&Friends waren nicht mehr so wichtig. ZMM hatte die Pubertät hinter sich.

Was wurde aus Mülder Interim? Nach der Fusion hießen sie zunächst Protem, dann Heidrick & Struggles Interim Executives. Zum 30.6.2005 wurde das Ganze überraschend beendet. Nicht der einzige Fall, wo namhafte Personalberater mit Interim-Töchtern nicht richtig glücklich wurden.

PS: Gute Nachrichten aus Berlin (Finanznachrichten): Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hat nach Druck aus Kanzleramt und Wirtschaft ihren Entwurf zu Leiharbeit und Werkverträgen offenbar im Sinne der Unternehmen nachgebessert. Im neuen Referentenentwurf fehle der umstrittene Kriterienkatalog, anhand dessen ein Arbeitnehmerverhältnis definiert werden sollte, um es so von Werkverträgen abzugrenzen, wie das Handelsblatt berichtet. Die Wirtschaftsverbände hatten moniert, dass nach der ursprünglichen Fassung nicht einmal der Betrieb einer Kantine hätte ausgelagert werden können.

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