Humanismus statt Populismus

It's enough!

Quelle: pixabay.com

Finden Sie nicht auch, dass es manchmal genug ist? Trump in USA, Le Pen in Frankreich, Brexit in UK, Rechtskatholiken von der PiS in Warschau, Orbán in Ungarn, FPÖ in Österreich usw. Bei uns AFD und Pegida, die sich breit machen.

Länder, Parteien, Personen völlig unterschiedlich, aber überall der gleiche moralische Sumpf und geistige Brei. Rüpeleien, Proletentum, lose Sprache und Trigger-Happyness. Bis vor kurzem dachte ich noch, Bunga Bunga sei eine Berlusconi-Spezialität, aber ein Locker-Room-Experte belehrte mich eines Besseren. Trotz der unterschiedlichen Lokalkolorite sehe ich eine ähnliche DNA mit gemeinsamen Molekülen.

Stimmenfang durch Fremdenfeindlichkeit, ob nun gegen Ausländer, Flüchtlinge oder sogar Menschen, die schon jahrelang im Inland arbeiten, wie tausende indischer oder pakistanischer Ärzte in UK.
Mobilisierung kleiner Leute gegen Minderheiten, die auf der sozialen Skala nur weiter unten stehen.
Schüren von Hass gegen supranationale Organisationen wie EU, UNO oder Weltstrafgerichtshof.
Leugnen der Erderwärmung („Erfindung der Chinesen“), Ausblenden oder aktives Bekämpfen des Klimaschutzes, Aufhetzen möglicher Opfer konsequenten Klimaschutzes (Coal Miners).
Perverses Zusammenspiel rechtsradikaler Unterschichten mit reaktionären Medien-Plutokraten (Koch Brothers, Murdoch).
Appell an die niedrigsten Instinkte: Gier, Furcht, Angst, Neid, Machotum.
Kindisch-pubertäre mentale Unreife, insbesondere bei der Pubertea Party (wie ich sie nenne).
Schüren antipolitischer und antiparlamentarischer Affekte („Washington“, „Quasselbude“), systematisches Simplifizieren komplexer Zusammenhänge.

Gute Politiker appellieren an den aufgeklärten Eigennutz der Bürger – sie muten ihnen auch die eine oder andere Einschränkung oder Belastung zu und erklären, warum das im Sinne des Gemeinwohls und der Nachwelt vernünftig ist. Populisten werfen immer nur Nebelkerzen und blenden die Zukunft aus. Hauptsache, man gewinnt die nächste Wahl.

Für mich spricht vieles dafür, dass neben all den Primitivitäten des Rechtspopulismus ein starker antiökologischer Effekt mit am Werk ist. Alle Vernünftigen wissen, dass unser Umgang mit den Ressourcen dieses Planeten unreif, unverantwortlich und heute schon unhaltbar ist. Die Bürger Europas wissen, dass es so nicht weiter gehen kann, kluge Manager und Investoren auch. Moralisch Empfindliche spüren ein Schuldgefühl, zu Recht. Doch der Rechtspopulismus biedert sich bei den Ungebildeten, aber auch bei den Radikalegoisten und Hier-und-Jetzt-Hedonisten an, indem er ihnen einredet, er könne sie vor den absehbaren „Zumutungen“ eines ökologisch angepassteren Lebensstils bewahren. Wählt uns und ihr müsst nix ändern.

In einem Samstagsessay der Süddeutschen konnte ich einige Gedanken entwickeln, die einen hoffentlich konstruktiveren Ausweg weisen. Ich wünsche mir eine humanistische Allianz, quer durch alle Parteien und sonstigen Lager, für eine humanere, grünere, gerechtere Marktwirtschaft. Heute muss man sich auch als Geschäftsmann zu diesem Thema positionieren. Deutschland und Europa haben diesen Weg im Grunde längst eingeschlagen. Wir müssen ihn nur konsequenter und schneller verfolgen. Dann wird sich auch das rechtspopulistische Gespenst in Luft auflösen. Nein zu Pegida, ja zu Europa! Wir brauchen ein fröhliches gemeinsames Planetenputzen der Völker, keine rückwärtsgewandete Renationalisierung der Politik. Auch der IWF warnt schon davor. 200 Staaten haben das Pariser Abkommen unterschrieben, nicht einmal ein Jahr später ist es schon praktisch ratifiziert. Eigentlich könnte man nun loslegen.

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