Deutschlandreisen
Von Unterfranken in die Pfalz

Foto: privat

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Hatte ich schon geschrieben, dass Kundenbesuche meine liebsten Reiseanlässe sind? Gut, dann eben nochmal! In diesem Scheinwinter geht das Gripperisiko gegen Null. Modal Split macht am meisten Spaß: Orte, die man mit der Bahn schlecht erreicht, sind eh die romantischeren und abgelegeneren. Dort ein paar Stunden mit dem Mietauto über die Landstraßen, so macht Autofahren Spaß. Von Kitzingen übers Taubertal nach Speyer, bloß nicht weitersagen. Die Winzerei am Weg wird auch nicht verraten.

Außerdem muss man sich umkonditionieren. Weg von Hast und Minutengeizerei. Die bessere Verbindung fährt eine Stunde später? In der Zeit durcheilt man das historische Museum in Speyer. Als gebürtiger Kurpfälzer (HD) liebe ich alle Pfalzen, ob sie nun Kur-, Ober-, Rhein-, Saar- oder Sonst-Pfalz heißen.

Ohne dem Bundesland RLP zu nahe zu treten, darf man feststellen dass sie dort keine echten Großstädte haben. Über 250.000 Bürger, das gibt es nur außerhalb. Ob Bonn, Wiesbaden, FFM, Mannheim oder Karlsruhe:  Von Idar-Oderstein macht das 1,5 bis 2 Autostunden. Bis auf Kurmainz hatte die Pfalz keine großen Fürstentümer. Die Kurpfalz regierten Heidelberger und Mannheimer. Heute ist beides nordbadisch.

Aber dafür gab und gibt es viele kleinere Städte und Landstriche, die auf ihre Weise Geschichte schrieben, etwa Speyer mit einem der ältesten Dome, vielen wichtigen Reichstagen, dem Freiheitsbrief von 1111 und der Protestation der evangelischen Fürsten 1526. Insgesamt spielte die ländliche Pfalz oft eine progressive Rolle in der deutschen Geschichte. Als Napoleon die Bayern mit der Pfalz und der Königswürde bestach, musste der bayerische Landtag mit Sonderregeln das fortschrittlichere Pfälzer Recht anerkennen, zum Beispiel gab es dort Schöffen. Im Hambacher Schloss wurde 1832 der Boden für 1848 bereitet.

Solch große Zeiträume und Geschehnisse relativieren natürlich das 20-jährige Jubiläum von ZMM. Auch der Kunde, den ich dort besuchte, ist fünfmal älter als wir. Aber man soll auch stolz sein auf das Eigene. Mehr dazu im heutigen Newsletter.

PS: Danke an die vielen Kunden, die mich zur ihren Standorten einladen. So kommt man in unserem schönen Land herum. Demnächst geht es nach Düsseldorf, Harsewinkel und Hannover.

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2 Antworten auf Deutschlandreisen
Von Unterfranken in die Pfalz

  1. Dr. Peter Dauben sagt:

    Sehr geehrter Herr Dr. Görres,

    es ist schön zu sehen, dass es noch andere Manager gibt, die das Reisen nicht als Last, sondern als Bereicherung sehen. Mir geht es ebenso wie Ihnen. Ich liebe es, neue Orte und Menschen kennenzulernen und ich liebe lange, für mich erholsame, Autofahrten durch teilweise verträumte Landschaften. Wenn das der Weg zum Kunden ist, sollte man immer das Beste daraus machen. Danke für die kurzweilige Beschreibung Ihrer Reise.

    Danke auch dafür, dass Sie sich so engagiert für die „Arbeitsfähigkeit“ von uns Interim Managern einsetzen. Sie haben Recht damit, wenn Sie sagen, dass wir uns nicht nur in „neoliberalen Empörungstiraden“ ergehen dürfen, sondern die Diskussion in positiver Weise, in die Gesellschaft tragen müssen. Nur, viele von uns sind Ingenieure und gerade diese Berufsgruppe scheint die öffentliche Artikulation der eigenen Meinung zu meiden. Umso mehr danke ich Ihnen für Ihren Einsatz und ich glaube wir müssen in der Zukunft viel mehr dazu beitragen, dass das Interim Management als ein wesentlicher Leistungsbestandteil unserer Volkswirtschaft erkannt wird.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Peter Dauben

    • Dr. Anselm Görres sagt:

      Danke für die doppelte Zustimmung. Weil Wirtschaftsgeschichte mein Hobby war, wird mir immer klarer, dass wir „Eingebetteten“ als jüngste Form der Selbständigkeit auch standespolitisch völlig unterbelichtet sind. Habe nicht vergessen wie mühsam allein der Aufbau des AIMPs war. Immerfort musste man gegen Wurschtigkeit und Egoismus angehen, bevor die heutige starke Gemeinschaft entstand. Alle anderen freien Berufe haben ihre standespolitischen Schäfchen längst ins Trockene gebracht und sich Zünfte und Kammern, Versorgungswerke und allerlei Sonderrechte aufgebaut. Dabei werden wir in Zukunft vielleicht selbst eine der stärksten „Zünfte“, ich nenne sie mal die Schumpeter-Zunft. Denn wo wir arbeiten, entstehen neue Kombinationen – das hat der Austro-Amerikaner als Kern des Unternehmertums entdeckt (https://de.wikipedia.org/wiki/Unternehmertum). Aber um dahin zu kommen, müssen wir uns alle engagagieren, ob in ADESW, AIMP, DDIM oder anderswo. Also ja zur Einbettung, nein zum Schläfertum!
      PS: Auch der Austro-Amerikaner Peter Drucker ist mit seiner Theorie vom agilen Wissensarbeiter ein exzellenter Schutzpatron unserer Arbeitsweise.
      http://www.harvardbusinessmanager.de/blogs/peter-druckers-thesen-im-praxischeck-a-1001227.html