Wir lieben Familie, wir sind Familie

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Familienunternehmen, das gehört zu den Motherhood-Wörtern. Wer hat schon was gegen Mutterschaft, wer findet Familienunternehmen nicht toll? Wir lieben sie natürlich auch, sie sind mit ca. 60 Prozent unserer Einsatzfälle unsere liebsten und wichtigsten Kunden.

Man muss deswegen die kritiklose Glorifizierung des Mittelstands nicht mitmachen, die manchmal in deutschen Talkshows nervt. Konzerne sind nicht immer böse, und ebenso wenig sind alle Mittelständler schon halbe Heilige. Gerade in Sanierungsfällen erleben wir nicht selten, wie mangelhaft manche Familien ihre Unternehmen gemanagt haben. Manche haben die Firma regelrecht ausgesaugt, nicht nur durch operative und strategische Fehler, sondern auch mit reichlicher Vermischung von Privat- und Firmenausgaben und anderen fragwürdigen Gestaltungen.

Aber bei Weitem überwiegen doch gute Erfahrungen. Strategien sind meist Stakeholder-orientiert und dienen nicht nur der Shareholder-Value-Maximierung. Auch in der Krise bleibt die Stammbelegschaft an Bord. Um einen Auszubildenden, der auf schiefe Bahn geraten ist, kümmern sich Betriebsrat und Personalabteilung. Schließlich hat schon der Vater in der Firma gearbeitet. Überall identifizieren und engagieren sich die allermeisten Mitarbeiter sehr stark mit „ihrer“ Firma. Krankenstand und Fluktuation sind minimal.

Dennoch tut vielen Familienunternehmen der unabhängige Blick eines Außenseiters sehr gut. Gerade starke Familienpatriarchen lassen oft wenig innovative Diskussionen zu. Nicht immer gelingt eine kluge Balance aus internen und familienfremden Managern. Wo die meisten Führungskräfte als Eigen- gewächse heranreifen, kann ein welterfahrener Fremder wichtige neue Impulse und Methoden einbringen.

Der größere Teil unserer Interim Professionals kommt nicht aus Konzernen: Ihre Erstkarriere als angestellte Manager haben die meisten Interimer in Familienfirmen gemacht. Dank dieser Erfahrung wissen sie genau, wie man auch bei einem starken Familienmanagement als Externer behutsam und respektvoll Änderungen voranbringen kann.

PS: Ansatzweise ist auch ZMM schon ein Familienunternehmen. Als stolzer Vater dreier Töchter freue ich mich, dass Sarah, Rebecca und Adina Görres hier schon erfolgreiche Praktika absolviert haben. Wer weiß, vielleicht kommt eine von ihnen ja ins Unternehmen zurück.

PPS: Mehr dazu finden Sie auch in unserem neuesten Frühlingsnewsletter.

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