Immer wieder wichtig: Manager sind keine Berater

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Wie oft erleben wir, dass Kunden Berater um Berater anheuern, oft über viele Jahre hin, nur um am Ende doch noch einen Interim Manager engagieren zu müssen? Auch letzte Woche war es wieder so. Der Kunde hat seit Jahren keine wirklich schwarzen Zahlen mehr geschrieben, in Wirklichkeit lebt er von der Substanz. Er zahlt sich selbst als Geschäftsführer gar kein Gehalt und bezieht für seine Gesellschafter-darlehen nur symbolische Zinsen. Wem helfen solche Opfer? Dem Unternehmen bestimmt nicht, den Erben auch nicht. Den Mitarbeitern gaukeln sie sichere Arbeitsplätze vor.

Genau dieser Kunde setzt etwa alle drei Jahre wieder Berater ein. Weil die Firma ein wirklich tolles Sortiment hat und der Kunde ein überaus sympathischer Mittelständler und Pionier ist, machen die Berater Kompromisse. Sie akzeptieren nicht nur niedrige Tagessätze, sondern nehmen es auch hin, dass ihre Konzepte am Ende doch nicht umgesetzt werden. Schade um Zeit und Geld.

Ich war lang genug bei McKinsey, um größten Respekt vor guter Beratung zu haben. Man braucht sie um so mehr, je größer und komplexer das Unternehmen ist, und je länger der Zeithorizont. Aber wenn es im Mittelstand vor allem darum geht, erst einmal die Kosten zu senken, die Prozesse zu beschleunigen und rasch die Ergebnisse zu verbessern? Dann fehlt es meist nicht an intellektueller Durchdringung des Problems oder intensiven konzeptionellen Betrachtungen. Es braucht Umsetzungsstärke und Hart- näckigkeit. Schon eine einzige kompetente Person, die nichts anderes tut als eine begrenzte Zahl operativer Verbesserungsprojekte zu definieren und voranzubringen, kann kurzfristige Entlastung bringen und dabei die eigenen Honorare oft schon nach wenigen Monaten amortisieren.

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Eine Antwort auf Immer wieder wichtig: Manager sind keine Berater

  1. Krause sagt:

    Ja, so ist es!
    Und außerdem bringt der IM noch die Sicht von Außen auf das Unternehmen mit, die den meist langjährig involvierten Führungskräften und Eigentümern oft fehlt.

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