Tipps für Einsteiger (3)
Vom Kreditbanker zum Interim-Firmencontroller?

Foto: Maridav/ Quelle: iStockphoto

Zwei spannende Tage auf der Globalisierungstagung von bayme VBM. Beim Schürenkrämer-Vortrag neben einer Bankerin. Wo jetzt doch so viele Kollegen ihre Jobs verlieren, würde sie gern einmal mit mir reden.
Viele Menschen trauen unsere Branche zu, wir könnten Berufswechsel erleichtern. Ein Interim-Projekt als Sprungbrett von A nach B? Kluge Headhunter mischen ohne Weiteres unter drei, vier konventionelle Kandidaten auch ein oder zwei Quersteiger. Kluge Kunden schätzen die Chance einer Befruchtung ihrer Mannschaft durch branchen- oder funktionenfremde Gene.
Paradox: Bei Interim-Einsätzen ist es oft umgekehrt. Anders als der Laie denkt, wollen Interim-Kunden ihr Wunschprofil möglichst exakt erfüllt sehen. Aber dafür gibt es rationale Gründe. (1) Wenn man schon Geld für teure Externe ausgibt, will kann keine Experimente. Das Hereinholen eines Fremden für ein wichtiges Projekt ist schon Experiment genug. (2) Ein Interim Professional hat keine Probezeit von 120 Tagen wie sie ein Festangestellter bekommt. Zu dem Zeitpunkt muss ein Interimer oft schon fertig sein. Es genügt daher, dass er sich in eine neue Firma und ein spezifisches Projekt eindenken muss. In der betreffenden Funktion oder Branche sollte er schon vorher zuhause sein.
Ich will damit nicht sagen, dass Firmenkundenbanker keine Chancen auf Jobs in der Realwirtschaft haben. Gerade größere Mittelständler können von ihrer Expertise profitieren. Aber die Chancen, dass man diesen Schritt mit Hilfe eines Headhunters oder Newplacers macht, sind weit größer als bei uns.

PS1: Dass Dr. Schürenkrämer vor den Gefahren einer Bankentrennung warnen muss, ist Teil seiner Job Description. Unsere mittelständischen Kunden brauchen immer mehrere Kreditbanken, eine Investmentbank nur selten. Für sie muss diese Leistung gar nicht aus dem gleichen Haus kommen. Und kluge Investment Banker (oder Asset Banker) können auch über Produkte Rat geben, die sie selbst nicht verkaufen. Manchmal wird der Rat dadurch sogar besser. Übergroße Macht und Profits der Investmentbanker gehen letztlich auf Kosten der Realwirtschaft.

PS2: Maskuline Pronomina zielen nicht auf Diskriminierung, nur auf Kürze.

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