Kluge Personaler, fruchtbare Interimer

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Wenn Interim hierzulande eine Wachstumsbranche ist, dann verdankt es dies auch vielen aufgeschlossenen HR-Managern. Denn mindestens an jedem zweiten Interim-Einsatz hat ein „Personaler“ mitgewirkt: Bei der Vorauswahl der Provider und anderer Suchkanäle, bei der Auswahl der einzuladenden Kandidaten, bei den abschließenden Verhandlungen, oft genug bis ins Detail.

Natürlich wird jeder HR-Manager, den die Geschäftsführung beauftragt, eine Führungsvakanz zu schließen oder einen Projektleiter zu finden, zunächst nach internen Lösungen ausschauen. Die interne Lösung ist der natürliche Feind jeder externen Besetzung. Warum Geld ausgeben, wenn die Kompetenz im Hause vorliegt?
Aber bei Mittelständlern ist die Managementdecke oft dünn. Lean Management, dafür braucht man keine Seminare mehr, das hat der Wettbewerb längst erzwungen. Hauptamtliche Stellvertreter für Führungskräfte, das war einmal. So kommt es, dass interne Lösungen den Mangel oft nur verschieben. Ein Loch wird gestopft, dafür zwei neue aufgerissen.

Natürlich sind interne Lösungen auch Instrument der Führungskräfteentwicklung, zumindest in der Theorie. Der Produktionsleiter springt als Logistikchef auf Zeit ein und vertieft so sein Verständnis dieser wichtigen Schnittstelle? Klingt zunächst gut. Aber wer ersetzt nun den „Produktioner“?

Kluge Personalmanager wissen, dass auch externe Gäste zur Führungskräfteentwicklung beitragen. Der Externe bringt neues Führungs- und Prozesswissen mit. Er betrachtet die Mitarbeiter unvoreingenommen und entdeckt das eine oder andere Talent, das unter den bisherigen Chefs nicht zum Blühen kam.

Vor allem wissen sie: In Wirklichkeit sind externe Lösungen oft preiswerter als das Anstoßen eines internen Managerkarussells. Der Externe genießt den Luxus, mit 90 Prozent seiner Zeit exklusiv für das Projekt zu arbeiten. Sein Kalender ist leer, er folgt keiner verborgenen Agenda. Er muss keine Personalgespräche führen, keine Weihnachtsfeier vorbereiten und keinen neuen Dienstwagen aussuchen. Weil er als einziger im Projekt Vollzeit arbeitet, kann er alle anderen Teammitglieder entlasten. Meist haben die ja noch drei, vier andere Projekte auf dem Schreibtisch. So kommen alle Projekte schneller voran. Und das bringt bald mehr Geld ein, als der Externe gekostet hat.

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