Größeres Manager-Profil, größere Chancen als Interim Manager?

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Leider ist es nicht so, zumindest nach meinem persönlichen Eindruck, ähnlich wohl auch bei den AIMP-Kollegen. Der Fokus etwa von ZMM ist eindeutig mittelständisch. Natürlich arbeiten wir auch für Konzerne, etwa internationale Pharmafirmen, oder große Mittelständler wie Brose, Berner oder Weidmüller. Nur besetzen wir dort selten die oberste Ebene. Insgesamt ist mein Eindruck, dass Mittelständler, an der Zahl der Führungskräfte gemessen, weit öfter auf Interim-Lösungen zurückgreifen als etwa DAX-Konzerne.

Dies hat deutliche Auswirkungen auf die Chancen hochkarätiger Manager mit erfolgreicher Konzernkarriere. Ein ehemaliger DAX-CFO oder ‑CEO kann als Interim Manager kaum mit vergleichbaren Positionen rechnen. Denn dabei stößt er auf ein doppeltes Dilemma. Wer General in einer großen Einheit war, kann nur schlecht in einer ähnlich großen Einheit als Oberst oder Major arbeiten. Man will dort keine überdimensionierten Offiziere. Begnügt er sich aber mit Chef-Positionen im Mittelstand, also in deutlich kleineren Einheiten, so stößt er vielfach auf den Verdacht, zu „konzernig“ geprägt zu sein. Man traut ihm das Lösen komplexer Probleme zu, nicht unbedingt aber das pragmatische Hands-on-Management, das Mittelständler gerade von Interim Managern erwarten (und bekommen).

Sprechen wir mit guten Konzernmanagern, die uns in einer Such- und Orientierungsphase begegnen, ein Jahr später erneut, so ist – mit absteigender Häufigkeit – fast immer eines der folgenden Ereignisse eingetreten. Er (bzw. sie) ist wieder als Konzernmanager tätig, auf gleicher,  höherer oder geringfügig kleinerer Position. Er arbeitet als Industry Expert, Investment Manager oder ad-hoc-Advisor für Beteiligungsgesellschaften. Er kapitalisiert sein Netzwerk als tatsächlicher oder Nenn-Partner einer Berater-, Headhunter- oder M&A-Firma. Nur wenigen gelingt der Schritt in die begehrteste Rolle, nämlich die eines aktiven Aufsichtsrats oder Beirats.

Im Ergebnis finden sich unter aktiven Interim Professionals nur wenige ehemalige Vorstände von Firmen oberhalb einer Umsatzmilliarde. Diese müssen mit deutlichen Abstrichen beim Einkommen rechnen. Tagessätze von über 2000 Euro sind in der Interim-Welt eher selten durchzusetzen. Für eine Fixposition von 100 T€ p.a. kann ein Interimer 600 bis 900 Euro Tagessatz erwarten, also 6 bis 9 Promille des Bezugsgehalts, siehe AIMP-Providerumfrage 2013 (Seite 12). Bei Positionen oberhalb 200 T€ p.a. nimmt diese Relation deutlich ab und kann auch unter 5 Promille liegen.

PS: Tauwetter zwischen AIMP und DDIM. Nächste Woche führen Provider beider Organisationen über gemeinsame Ideen und vielleicht auch Aktivitäten Gespräche. Drücken Sie uns die Daumen!

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