BJENVENÜ A TUSS EH TUTT
Extra-Blog zum Internationalen Frauentag

In der Umweltbewegung nimmt man das Gender Mainstreaming sehr genau. Im Dienst der Geschlechtergleichheit muss ich als Vorsitzender meiner NGO dankbar sein, dass die Geschäftsstelle meine Texte kritisch nacheditiert. So wurde neulich in einer Stellenausschreibung das Wort Projektleiter überall durch die geschlechterpolitisch korrektere Form ProjektleiterIn ersetzt. Diese Binnen-Majuskel, kurz Binnen-I, soll jederfrau klar machen, dass keineswegs nur männliche Projektleiter gesucht werden. So wie der höfliche Franzose Gruppen heute mit einem bienvenue à toutes et tous begrüßt. Übrigens wird auch dort diskutiert, ob es nicht bienvenus et bienvenues heißen müsste.

Leider wurden beim Nacheditieren von mir liebevoll ausoptimierte Überschriften und Absätze durch das hinzukommende winzige In um entscheidende Millimeter zu lang für ihre bisherigen Zeilen. Das Dokument hatte plötzlich eine zweite Seite bekommen, und das nur wegen drei Zeilen (ich gehöre zu den Menschen, denen so etwas physischen Schmerz bereitet). Einmal mehr hatte die sexualpolitische Korrektheit einen Sieg über ästhetische Korrektheit und sprachliche Kürze errungen.

In diesem Sinne wünsche ich heute Ihnen allInnen einen schönen Frauentag!

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