Begebenheiten des Branchenlebens

Seit zehn Jahren Community, doch immer noch Rätseln über die wahre Marktgröße

Burg Schwarzenstein GmbH & Co.KG Quelle: www.burg-schwarzenstein.de

Burg Schwarzenstein GmbH & Co.KG Quelle: www.burg-schwarzenstein.de

Auch letztes Wochenende war unser AIMP-Jahresforum auf Burg Schwarzenstein wieder ein gelungenes Familienfest. Geehrt wurden drei neue Interim Manager des Jahres (Burkhard Balzer, Katrin Grunert-Jäger, Werner Simon) und sogar zwei Provider des Jahrzehnts (butterflymanager und ManatNet). Hans Eichel hielt einen faszinierenden Vortrag zur Europakrise, mit guten Lösungsvorschlägen. In den anderthalb Tagen kamen insgesamt über 150 Personen zusammen. So entsteht Community ganz im Sinne von Assig und Echter.

Eher unbeachtet blieb zunächst ein weiteres Zehnjähriges, nämlich die Tatsache, dass im Jahre 2003 gleichzeitig drei Brancheninitiativen ins Leben kamen, die heute als AIMP, DDIM und BRSi weiterhin aktiv sind. Dabei war die deutschsprachige Interim-Branche schon damals 24 Jahre alt (1979 Gründung von Alpha Consult in Wiesbaden und Brainforce in Zürich).

Doch erstmals seit vier Jahren sprach mit Marei Strack, der Vorstandsvorsitzenden des DDIM, wieder ein Vertreter dieser großen Branchenplattform auf dem AIMP-Jahrestreffen und schaffte es, in knapp 15 Minuten viel Kluges und Nachdenkliches unterzubringen, noch dazu humorvoll verpackt. Gut, dass AIMP und DDIM wieder miteinander reden, gegenseitig Marktanalysen austauschen und sich insgesamt zu mehr Austausch und Abstimmung verabredet haben.

Gründe für besseren Austausch gibt es genug. 150 Tage im Jahr verbringt ein typischer Interim Manager „allein unter Angestellten“. Oft genug als einziger Vertreter seiner Art im ganzen Unternehmen. Kein Arbeitgeber zahlt ihm Fortbildungsseminare oder lädt ihn zu Weihnachtsfeiern ein. Umso wichtiger ist die regelmäßige Begegnung mit Menschen, die den gleichen Beruf ausüben.

Doch wir brauchen Begegnungen und Gespräche auch dazu, um endlich klarer zu bestimmen, wie groß unser Markt in Deutschland nun wirklich ist im 44. Jahr seiner Geschichte. Nach wie vor reicht die Bandbreite der Schätzungen von 5.000 bis 20.000. Kein Wunder, dass da ein im Übrigen exzellenter und zu Recht vielzitierter DPA-Artikel bei dem Versuch, sich aus DDIM-Angaben und AIMP-Schätzungen einen klaren Reim zu machen, leicht ins Schleudern kam. Im Ergebnis wurde dem Leser von 5.500 Interim Managern berichtet (DDIM-Zahl), die im Durchschnitt für 930 Euro pro Tag arbeiten (AIMP-Wert), was dann einen Gesamtmarkt von 925 Millionen ergeben soll. Aha! Vieles spricht dafür, dass wir Provider aus unseren jeweils beschränkten Plattformen große Teil des Marktes gar nicht mitbekommen, ganz wie die Höhleninsassen in Platos berühmtem Gleichnis, die den kleinen Lichtausschnitt ihres Höhlenausgangs mit dem ganzen Universum verwechseln. Für mich umfasst der deutsche Interim-Markt eher über als unter 20.000 Professionals. Damit wären wir Zeitmanager gerade mal zwei Prozent der Zeitarbeiter im Lande. Manchen Kollegen ist das offenbar immer noch nicht klein genug.

PS pour Philippe: Poor Philip, had you married a king, and were a woman, you’d now be called Queen, like Maxima.
Warum werden Frauen Königinnen, egal ob sie herrschen oder heiraten, und Männer im letzteren Fall nur Prinzgemahle?

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