Stolz, Freude, Genugtuung, aber auch Enttäuschung:
Auch das Providerleben kennt emotionale Momente

Foto: Magdalena Podgorska/ Quelle: iStockphoto

Stolz zum Beispiel: An den Londoner Paralympics freute uns nicht nur das gute Abschneiden der Deutschen mit 66 Medaillen. Sondern auch, dass unser Kunde Otto Bock dort wieder einmal eine wichtige Rolle spielte.  Nicht nur mit Prothesen, die Einbeinige fast schneller machen als zweibeinige Sprinter. Auch durch hochmoderne und flotte Rollstühle, die behinderte Sportler vieler Disziplinen im Sport selbst oder in ihrem Alltag benutzen. Bei ottobock. Mobility Solutions waren schon zwei ZMM-Professionals im Einsatz.

Freude empfanden wir bei einer neuen Anfrage, von einem eigentlich erfolgsverwöhnten schwäbischen Mittelständler. Er hat die Krise bestens überstanden, sein Auftragsbuch ist voll. Trotzdem sucht die Firma jetzt einen Projektleiter, der auf Augenhöhe mit Vorstand und Betriebsrat proaktiv Lösungen und Maßnahmen entwickeln soll. Explizit für den Fall einer weniger guten Konjunkturlage. Vorsorglich sollen Kosten variabilisiert und somit der Break-Even-Punkt herabgesetzt werden. Das ist weitsichtiges Unternehmertum und es wäre  für uns ein spannendes und ehrenvolles Projekt.

Große Genugtuung brachte uns ein Anschlussprojekt bei einem langjährigen Kunden. Der ehemalige Interim-Sanierer war dort 2010 zum Beirat geworden, gegen ein einmaliges Vermittlungshonorar. 2012 machten Probleme bei einer ostdeutschen Tochter einen intensiveren Einsatz des Beirats nötig. Unaufgefordert informierten uns Kunde und Professional über diese neue Lage, die vom Beiratsmandat nicht mehr abgedeckt war. Diese Art von Integrität ist in unserem Geschäft leider nicht immer gegeben, ihre Wahrung naturgemäß elementar für uns.

Um so größer die Enttäuschung, wenn sich ein Manager nach erfolgreicher Vermittlung mit dem Kunden gegen uns loyalisiert. In der Akquisitionsphase sind die Interessen parallel: Provider und Professional wollen einen guten Tagessatz durchsetzen, vor allem aber das Projekt bekommen. Über die Binnenverteilung des Honorars einigt man sich meist im Vorfeld. Es ist natürlich und erwünscht, dass sich fast jeder Experte im Laufe des Projekts immer stärker mit den Interessen des Kunden identifiziert. Problematisch wird es, wenn der Interim Manager finanzielle Konzessionen vom Provider erwartet, ohne selbst einen proportionalen Verzicht leisten zu wollen. Auch in einem Sanierungsprojekt kann unser Lösungsbeitrag nicht finanzieller Natur sein. Und wenn, dann nur im Gleichschritt mit unserem Professional. Alles andere wäre Gift für die gedeihliche Zusammenarbeit.

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