So nah und doch so fern: Deutsche Interim-Anbieter müssen in Österreich und Schweiz mit Hürden rechnen

Photo: Lucyna Koch/Quelle: iStockphoto

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Bei „normalen“ Führungspositionen gibt es für Manager, die innerhalb der drei Nachbar­länder grenzüberschreitend tätig werden, in der Praxis kaum Hindernisse. Interim Professionals und Provider aus Deutschland müssen hingegen für Einsätze bei unseren südlichen Nachbarn einige gesetzliche Unterschiede berücksichtigen. Gewiss geht es den Wiener und Berner Gesetzgebern dabei vorrangig um den großen Gesamtmarkt temporärer Tätigkeiten, insbesondere also Zeitarbeiter, Handwerksarbeiten oder auch Contracting-Anbieter. Durchaus möglich, dass dabei niemand an unsere sehr viel kleinere Interim-Welt gedacht hat.

Hauptziel der Österreicher Regelungen scheint zu sein, dass Managementaufgaben möglichst in sozialversi­cherungspflichtiger Anstellung erbracht werden. Freelancer dürfen zwar  Beratungsaufgaben übernehmen, riskieren aber leicht die Einstufung als Scheinselbständige. Dann drohen ihnen bürokratische Barrieren wie eine Abzugssteuer, komplizierte Formulare und Nachweispflichten. Derartige Hürden gelten nicht nur für Ausländer, sondern auch für Österreicher Manager und sind sicher einer der Gründe für die schwache Entwicklung des Interim-Markts in Austria.

Im Schweizer Arbeitsvermittlungsgesetz (AVG) wird die Arbeit ausländischer Professionals aus EU- und EFTA-Ländern nicht direkt behindert, wohl aber indirekt. Das AVG erlaubt es lediglich Schweizer „Verleihern“ mit einer „Seco-Bewilligung“, ausländische Mitarbeiter zu vermitteln. In der Praxis ist bisher noch nicht eindeutig geklärt, ob Interim Provider und Interim Manager in allen Fällen unter dieses Gesetz fallen – aber ein Risiko besteht auf jeden Fall. Kunden und Verleiher müssen mit Bußen rechnen.

In beiden Ländern dürften die Regelungen überwiegend auf Positionen unterhalb der Managementebene zielen. Doch unabhängig von den Motiven der Gesetzgeber erschweren sie den Import von Interim-Dienstleistungen in der Praxis erheblich. Letztlich dürften solche Regeln den nationalen Managermärkten und Unternehmen mehr Schaden als Nutzen bringen. Denn gerade Interim Manager aus dem Ausland leisten wichtige Beiträge zum betriebswirtschaftlichen Methoden- und Wissenstransfer zwischen Firmen und Nationen..

Wenn Sie sich für diese und andere Aspekte der Interim-Märkte in CH und A interessieren, dann kommen Sie doch am 12. Juli zum Münchner Regional-FIM im Löwenbräukeller:
Interim im Alpenland: Chancen für deutsche Interim Professionals in Austria und Helvetia?

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