Schwarmgeister auf Burg Schreckenstein:
Freitag und Samstag wieder heiße Interim-Debatten zu erhoffen

Gut dass ich diesen Blog gestern abliefern musste, so konnte ich endlich meinen Beitrag andenken. Kollege J.Becker muss Pirat sein, denn zur Themenfindung wählte er eine basisdemokratische Schwarmbefragung. So kam er nicht nur zu seinen merkwürdigen Workshopthemen, sondern auch zum Gesamttitel unserer Tagung: Schwarmintelligenz im Interim Management.

Hat da jemand zu viel Frank Schätzing gelesen? Vage erinnere ich mich. Das Buch war extrem fesselnd. Besonders gut gefiel mir Leon Anawak, Walforscher und Inuk. War das nun ein Eskimo oder ein Indianer?

Wie Schätzings Buch kann uns der Tagungstitel zu Phantasie und mancherlei Fragen anregen. Was kann unser Schwarm besser als das Individuum? Gelingt uns ein Minimum an Loyalität, Kodex-Denken und Konsens? Gibt es eine Art Esprit de Corps, gibt es andere „Öffentliche Güter“ im Kontext einer größer werdenden Branche?

Über die Kollektivintelligenz der Yrr schreibt Wikipedia: Jeder einzelne Yrr kann in bestimmten Grenzen denken. In „hypervariablen Bereiche“ ihrer DNA können sie mittels gezielter Nicht-Reparatur ihrer DNA Informationen in einer einzigen Zelle abspeichern. Diese Informationen werden durch Zusammenschluss mehrerer Einzeller an andere Yrr weitergegeben. Auf diese Weise „aktualisieren“ die Yrr-Zellen sich gegenseitig in ihrem Wissensstand und können sich auch Millionen Jahre zurückliegende Ereignisse merken und mitteilen. Die Yrr befinden sich nahezu kontinuierlich in einem zellulären Zusammenschluss. Sie verfügen über „Kollektivbewusstsein“ und „Kollektivintelligenz“ und können strategisch denken. Moral, im menschlichen Sinne, spielt für sie keine Rolle. Aber sollten sich Interim-Anbieter ausgerechnet an den Yrr ein Beispiel nehmen?

Wie groß der Schwarm tatsächlich ist, diese Frage beschäftigt mich schon seit Jahren. Den elitären Kleinrednern unserer kollektiven Größe habe ich nie getraut. Sprüche wie Es gibt nur 1000 (2000, 3000?) richtige Interim Manager in Deutschland haben nur eine Funktion: Nämlich das eigene Angebot als möglichst edel, exklusiv und kostbar erscheinen zu lassen. Um Wahrheit geht es dabei nicht.

Wir werden am Samstag neue Evidenz vorlegen, dass allein in Deutschland 15.000, vielleicht gar 20.000 Interim Manager ihren Wohnsitz haben. Mit den in Schweiz und Österreich domizilierten Kollegen kommen wir dann in Richtung 25.000 Personen.

Keine Sorge: Auch in größerer Zahl werden Deutschlands Interim Professionals niemals zu kollektiver Gallertmasse verschmelzen, wie die berühmten Yrr. Im Alltag bleibt jeder Interimer weitgehend auf sich gestellt. Aber immerhin: An bestimmten Tagen und Orten kann man sich zusammenfinden und miteinander reden. So wie dieses Wochenende auf Burg Schwarzenstein.

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2 Antworten auf Schwarmgeister auf Burg Schreckenstein:
Freitag und Samstag wieder heiße Interim-Debatten zu erhoffen

  1. Ein schöner Blog-Eintrag.

    Voller Vorfreude auf´s Wochenende – und durchaus ein wenig matt…

    Der Pirat

  2. Michael Wolf sagt:

    Sehr schön geschriebener Post!
    Im Unterschied zu den Yrr, die nicht als Einzeller auftreten, treten IM dann doch bevorzugt individuell auf. Und im Gegensatz zu den Yrr, hoffe ich, dass Moral dabei für uns noch einen Stellenwert besitzt. 😉

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