Branchenplattformen – wohin geht die Reise?

Photo: urbancow/Quelle: iStockphoto

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Seit 2004 entstanden im DACH-Land mehrere Interim-Organisationen, nämlich AIMP, BRSI und DDIM. Bei uns im AIMP sind sieben Provider organisiert, viermal D, zweimal CH, einmal A. Überlappungsbereinigt umfassen unsere Pools 11.000 Professionals. Wenn man alle DDIM-Mitglieder zusammenzählt, auch die der Schweizer Schwester, plus die Experten in den Pools der DDIM-nahen Provider, dürfte man auf eine vergleichbare Größenordnung kommen.

Vom BRSI ist nicht bekannt, wie groß die Zahl der mit ihm insgesamt verbundenen Personen ist. Auch wenn man indirekt verbundene mitrechnet, dürfte sie deutlich niedriger liegen als bei DDIM oder AIMP. Dafür gibt es dort andere Sanierungsdienstleister, die keine Interim-Anbieter sind. So haben wir heute ein Nebeneinander dreier räumlich, thematisch und organisatorisch recht unterschiedlicher Zusammenschlüsse. Ist dieser Zustand wünschenswert für unsere Branche, liegt er im Interesse der deutschsprachigen Interim Professionals und unserer Kunden?

Die Antwort ist ein klares Nein. Bei allem Stolz auf das in den letzten acht Jahren Aufgebaute gleicht das Gesamtergebnis zu sehr einem „German Exhibit“. So nannten die internationalen McKinsey-Kollegen viele unserer deutschen Schaubilder. Kompliziert und ohne Erläuterung komplett unverständlich. Warum brauchen kleine Länder eigene Sub-Organisationen, wo es doch für Kunden wie Interimer um einen gemeinsamen deutschsprachigen Interim-Markt geht? Warum unterscheidet eine Organisation wie der DDIM unterschiedliche Arten von Providern, wo sich doch bei Nachbarn wie Holland oder UK alle Provider in einem Verband organisieren, ganz ohne spezielle Chapter für spezielle Anbieter?

Meines Erachtens gibt es auf Dauer nur eine starke und stabile Lösung, aber in zwei Varianten. Provider und Experten sollten sich im gesamten deutschsprachigen Raum organisieren, und das mindestens partiell getrennt. Denn auch die Interessen sind nur partiell identisch. Ob es beiden Gruppen dennoch gelingt, ihre Aktivitäten unter einem gemeinsamen Dach zu bündeln (aber mit zwei separaten Säulen), oder ob sie lieber gänzlich getrennt marschieren, das ist die interessanteste Frage für mich. Die Antwort hängt wohl davon ab, ob die gemeinsamen Interessen überwiegen oder die Unterschiede. Im AIMP gibt es unterschiedliche Ansichten, doch nur zu diesem letzten Punkt. Wir wollen auf jeden Fall eine starke Organisation möglichst vieler Provider,

Aber wenn man mal träumen darf? Dann träume ich von einem gemeinsamem Verband mit Raum für beide Seiten. Morgens treffen sich beide getrennt und sprechen über ihre separaten Interessen. Nachmittags tagt man zusammen und bearbeitet gemeinsame Interessen. Und abends präsentiert man sich einträchtig der Branchenöffentlichkeit.

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