Warum sich quälen mit all den Kanälen?

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19:22h, der Blog muss raus. Warum ist es schon wieder so spät? Was habe ich eigentlich den ganzen Tag gemacht? Dabei hatte ich mir diesen Tag doch extra terminfrei eingerichtet. Im Rückblick blieb aber wieder vieles liegen, was eigentlich geplant war. Was hat sich nur dazwischen gedrängt?

Es muss mit den vielen Briefkästen zu tun haben. Haben Sie mal Ihre gezählt? Alle Stellen, wo Nachrichten eingehen können? Bei mir sind es mindestens 19. Sie halten das für übertrieben? Keine Sorge, ich zähl’ Sie Ihnen fix auf:

  • 3 echte Briefkästen: Der private zuhause, im Büro der von ZMM und der vom AIMP. Gut, dass dem AIMP niemand Briefe schreibt.
  • 3 Faxgeräte: Zuhause, mein persönliches im Büro, plus das allgemeine von ZMM.
  • 3 aktive eMail-Profile: ZMM, Privat und das meiner NGO.
  • 3 soziale Netzwerke: XING, LinkedIn und Facebook.
  • 3 Anrufbeantworter: Einer auf dem Handy, einer zuhause, einer im Büro.
  • 1 SMS-Eingang. Bisher (!) nur auf dem Handy. Demnächst kann man SMSe auch an Festnetznummer schicken und eine Computerlady liest sie einem vor.
  • 3 blinkende Eingangsmelder an Telefonapparaten (davon zwei zuhause, einer im Büro).

Das sind 19 Stellen, an denen Nachrichten auf mich warten können. Manche gesprochen, manche gesimst, manche nur ein Blinken mit hinterlegter Telefonnummer, das meiste als Hardcopy oder digitaler Text. Dabei habe ich Subvarianten noch gar nicht gezählt, zum Beispiel die Unterverzeichnisse von XING, wo zwischen richtigen Nachrichten und bloßen Einladungen differenziert wird. Oder die altmodische Wiedervorlage, eine Art Nachrichtenzwischenlagerung.

Nicht wenig Arbeit verlangen einem die Mehrfachbenachrichtigungen ab. Eingehende Mails bei XING, Facebook usw. werden mir per eMail verkündet. Dem Nachrichteneingang auf der Handy-Mailbox folgt eine SMS-Mitteilung auf dem Fuß. Mindestens vier meiner 19 Briefkästen verfügen somit über Eingangsverdoppler. Doppeleingänge zwingen zur Doppellöschung. Einiges davon sollte ich wohl deaktivieren.

Aus all dem leite ich ein paar wichtige Weihnachtswünsche für Freunde und nützliche Neujahrsvorsätze für mich selbst ab.

  • Meine Freunde bitte ich: Meidet Mehrfachsendungen so gut es geht. Schickt nicht jedem Mail gleich noch ein SMS hinterher, und umgekehrt. Sendet Nachrichten möglichst nur an einen Briefkasten. Achtet meine Präferenzen – bei mir ist es mit großem Abstand eMail. SMS lesen ist okay, sie mit den Fingern eines männlichen Mitteleuropäers zu beantworten eine Pein.
  • Mir selbst nehme ich vor: Eigene Mails streue ich ab sofort nur noch sparsamst an Drittadressaten. Uneilige Mitteilungen werde ich sammeln, um sie dann in einem einzigen Mail zu versenden. Auch beim Gesprächspartner will ich dessen präferierte Briefkästen mehr achten.

Ein McKinsey-Tipp zum Schluss: http://ezinearticles.com/?How-To-Improve-Productivity—Focus,-Filter,-and-Forget&id=5882578

PS: Kann mir jemand erklären, wie man XING und LinkedIn so einsetzt, dass die Zeit, die sie einem rauben sich auch lohnt?

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