Lob der Unkomplizierten

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Viele Interim Manager schätzen Dorothee Echter und Dorothea Assig als exzellente Management-Coaches aus München. Schon zweimal sprach Frau Echter als Referentin bei Veranstaltungen von ZMM oder AIMP.

Vor ein paar Monaten erhielt ich den Newsletter der beiden mit dem Ratschlag: Sei unkompliziert. Gefiel mir bestens. Leute die vor allem Schwierigkeiten machen – wer will das schon. Jetzt kontert die kluge SZ-Autorin Alexandra Borchardt, oft seien doch gerade die Nervensägen erfolgreich. Neben Prominenten wie Westerwelle und Piëch führt sie das Beispiel eines lästigen Call Center-Anrufers an, der mit Drohungen, Stress und Theater am Ende noch Gutschriften erkämpft, wo andere nur ein müdes Sorry ernten (SZ vom 18.01.2011).

Gerade Westerwelles jüngste Probleme zeigen ja, dass die karrierefördernde Wirkung des Nervensägentums auch ihre Grenzen hat. Auch im Interim-Geschäft kennen wir Kandidaten, die sich durch Sonderwünsche, lautstarke Auftritte oder große „Heikelkeit“ dem Gedächtnis einprägen. Tatsächlich fallen uns deren Namen oft rascher ein als die von vielen tüchtigeren und solideren Experten. Aber auf Dauer sind ganz gewiss die letzteren bei uns erfolgreicher.

Ich wünsche mir, dass in dieser Frage Echter und Assig Recht haben und nicht Frau Borchardt. Die Welt ist auch so schon kompliziert genug. Gerade wir Interimer müssen unkompliziert und lösungsorientiert sein. Diven sind nicht das, was unsere Kunden brauchen.

PS (Trost aus London)

Höre gerade, dass die von vielen als Vorbild verehrte britische Interim-Branche organisatorisch auf drei Verbände aufgesplittet ist, und das in einem viel reiferen Markt als dem unseren. Vielleicht kommen die zwei deutschen Organisationen sich ja schrittweise näher. Diese Woche hat der AIMP Providerkollegen zu einem Dinner bei Frankfurt eingeladen.

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Eine Antwort auf Lob der Unkomplizierten

  1. Bettina Herrmann sagt:

    Liest sich jedenfalls unterhaltsam und knüpt an jedermanns Alltagserfahrung an! Wahrscheinlich stimmt beides: Nervensägen erreichen viel, allerdings selten Sympathie und unkomplizierte, angenehme, kommunikative Menschen auch- aber für das Umfeld sind letztere deutllich zu bevorzugen!