Kollegenleid, geteiltes Leid
(im AIMP Arbeitskreis Interim Management Provider)

Das AIMP-Jahr beginnt stets mit der ersten Mitgliederversammlung in Frankfurt, abends laden wir dann auch nicht bei uns organisierte Mitbewerber ein. So auch am 20.01.2011. Früher gab es mitunter harte Kontroversen. Doch im Lauf der Jahre wurde aus der Kollegenrunde ein konstruktiver Freundeskreis, der Themen und Probleme unserer Branche offen diskutiert. Diesmal war es fast schon besinnlich.

Keiner unserer Kunden muss Sorge haben, dass bei solchen Treffen eine Verschwörung gegen ihn herauskommt, wie Adam Smith es vermutete: People of the same trade seldom meet together, even for merriment and diversion, but the conversation ends in a conspiracy against the public, or in some contrivance to raise prices. Der kluge Schotte war für den Kapitalismus, aber kein Kapitalistenfreund.

Bei uns Interim-Providern geht das (leider!) gar nicht. Jeder Einsatz ist ein Einzelfall. Selbst wenn wir alle heilig schwörten, ab jetzt erhöhen wir die Tagessätze geschlossen um 10 Prozent – wie wollten wir das durchsetzen, wie es kontrollieren? Verträge werden nicht veröffentlicht, Projekte sind nicht vergleichbar, Individuen noch weniger.

Da wir gar nicht in Versuchung kommen, uns gegen die Kunden zu verschwören, sprechen wir um so ausführlicher über Markttrends, das Verhältnis unterschiedlicher Geschäftsmodelle usw. In der Krise war es tröstlich zu hören, wenn es auch den Kollegen nass rein ging. Man empfand dann den Nachfrageeinbruch der eigenen Firma nicht mehr als persönliches Versagen.

Zu diesem Trost der Trauer Dritter tragen auch Missgeschicke der anderen bei, wenn etwa Mitarbeiter zum Wettbewerb gehen, oder bestimmte Vertriebswege nicht funktionieren. Dabei geht es gar nicht um Schadenfreude! Man wünscht dem Kollegen ja keinen Misserfolg und gönnt ihm seine Erfolge. Im Grunde sind die Erfolge befreundeter Kollegen eher ein Ansporn, es selbst noch besser zu machen. Und ihre gelegentlichen Misserfolge trösten über eigene hinweg.

So entstehen positive Anreize und Lerneffekte, die letztlich auch unseren Kunden und Experten zugute kommen. Wir zum Beispiel lernen gerade aus dem Vorbild anderer AIMP-Kollegen. Zum 1. März stellen wir zwei Vertriebsprofis ein, je einen für die ZMM-Niederlassungen in Frankfurt und Düsseldorf. Große Pools und effiziente Prozesse haben inzwischen fast alle, gutes Marketing auch. Mehr und mehr wird Vertrieb zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Die gute Nachricht für unsere Kunden: Keine Verschwörungsgefahr, dafür bessere und nähere Betreuung.

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Eine Antwort auf Kollegenleid, geteiltes Leid
(im AIMP Arbeitskreis Interim Management Provider)

  1. Ulrich Seiferheld sagt:

    Hallo liebes ZMM Team,
    herzlichen Glückwunsch zum Blog. Nun gibt’s also eine weitere Pflichtlektüre im Interim-Markt.
    Die Idee der Verkaufsförderung ist ebenfalls sehr zu begrüßen. Da das Substantiv „Vertrieb“ untrennbar mit dem Verb „vertreiben“ zusammenhängt, bitte ich inständig darum dies nicht wörtlich zu nehmen: bitte liebes ZMM, vertreibt unsere Kunden nicht!

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