„How to get to the top“ oder „Ohne Schweiß kein Preis”

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Mittwoch Morgen – die Hälfte einer kräftezehrenden Woche liegt bald hinter Ihnen. Was halten Sie von einem Gang vor die Tür? Lassen Sie die Arbeit kurz ruhen, schalten Sie Ihr Handy aus und posten Sie bei Skype die Nachricht „länger abwesend“. Packen Sie Krawatte und Jackett in die Schreibtischschublade, krempeln Sie die Ärmel hoch und holen Sie sich ein paar der leckeren Kekse aus dem Konferenzraum – die kleinen Kraftpakete werden Sie heute noch brauchen.

Wann haben Sie sich das letzte Mal abseits Ihrer beruflichen Ambitionen so richtig verausgabt und dabei herausfordernde Ziele erreicht? Hand aufs Herz: Im Projekteinsatz überschreiten Sie regelmäßig die unsichtbare Grenze, die körperlich und mental gut tut. Was stellen Sie dem gegenüber um den nötigen Ausgleich zu schaffen?

Begleiten Sie mich ein Stück, um an Ihrer persönlichen Bilanz zu arbeiten – ich wandere heute auf die Zugspitze und würde mich über Begleitung freuen! On the top (of Germany) – dort sind nicht nur Interim Manager gern platziert. Dieses Vorhaben wird uns völlig andere Kompetenzen abverlangen als in unserem beruflichen Alltag üblich. Keine Sorge, klettern müssen wir dazu nicht. Es gibt einen Wanderweg, der größtenteils nur kräftige Beinarbeit verlangt – mit Ausdauer, immerhin sind über 20 km Wegstrecke zu bewältigen. Unterwegs werden uns Sonne und Anstieg kräftig zum Schwitzen bringen. Über 2.000 Höhenmeter sind es bis zum Gipfel – eine lange Zeit für stille Zwiegespräche mit sich selbst und für schmerzende Füße, die zur Blasenbildung neigen.

Gönnen Sie Ihren Sinnen eine Auszeit – auf diesem Weg werden wir weder von permanentem Telefongeklingel, noch von dem Dauergequassel unserer Kollegen gestört. Glauben Sie mir, Sie werden sich heute ausschließlich mit den beiden Tasks „Einatmen“ und „Ausatmen“ beschäftigen. In der Regelmäßigkeit des Luftholens liegt der Schlüssel zum Erfolg. Ich selbst schwöre daneben auf die Verabreichung von homöopathischen Dosen Schokolade je Wanderstunde. Jetzt kommen Ihre stibitzten Konferenzraumkekse zum Einsatz.

Um ganz nach oben zu kommen müssen Sie schon deutlich Kampfgeist und Ausdauer zeigen (ich rechne mit mindestens 10 Stunden Laufzeit, also einem ganzen Arbeitstag). Aber wenn wir es geschafft haben, werden Sie sich unglaublich stolz fühlen. Von oben erscheint alles ganz klein, der Himmel ist zum Anfassen nah (so nah wie all die Japaner und Chinesen, die mit der historischen Zahnradbahn hier herauf gekommen sind und sich gerade am Münchner Haus ein Brathendl gönnen). Ehrgeiz und Teamgeist haben uns bis auf die Spitze getrieben. Allein hätten wir sicherlich schon nach der ersten Stunde aufgegeben (weil wir den Weg aus den Augen verloren, nicht mehr an unseren Erfolg geglaubt und jede andere Beschäftigung als einfacher eingestuft hätten).

Morgen, wenn Sie sich gut ausgeschlafen haben und der Muskelkater mit Magnesiumtabletten bekämpft wurde, werden Sie vor Energie strotzen – Energie, die Ihre Arbeit ungemein beflügeln wird! In diese Arbeit entlasse ich Sie jetzt wieder. Die Woche hat Ihren Zenit ja gerade erst überschritten und will ordnungsgemäß zu Ende geführt werden. Vergessen Sie nicht die Krawatte aus der Schreibtischschublade zu befreien! Und wenn es im Alltagstrubel in den nächsten Tagen doch wieder zu viel wird: Holen Sie tief Luft und denken Sie an unseren kleinen Ausflug, der Sie ganz nach oben gebracht hat.

PS: Wenn Sie am nächsten Wochenende tatsächlich loswandern wollen um die „Strapazen“ und das Glücksgefühl in natura zu erleben, helfe ich Ihnen gern mit der Routenplanung weiter. Unterwegs kann ich Ihnen auch zwei urige Hütten mit bayerischer Hausmannskost empfehlen, sollte die Schokoladeninfusion nicht ganz reichen um die Energiereserven aufzufüllen.

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Eine Antwort auf „How to get to the top“ oder „Ohne Schweiß kein Preis”

  1. Udo Hartmann sagt:

    Liebe Frau Kanter, ein Trip auf die Zugspitze ist wahrlich krass! Strapazen und Glücksgefühl gehören zusammen, wie Sie sagen, und dies auf Deutschlands höchstem Berg zu erleben, ist umso schöner. Körper & Geist danken Ihnen, das kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen! Ich gratuliere zu Ihrem Mut, man muss sich einfach aufraffen! Stark!

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