Achtung Geisterfahrer auf der Basel 3!
Und überdies droht demographischer Nachwuchsstau!

Erinnern Sie sich noch an die Warnbriefe zu „Y2K“? Die kamen so ab Mitte 1999 in Scharen. IT-Berater machten sich die allergrößten Sorgen um die Stabilität von Systemen, wenn das Jahr 2000 (=Y2K) beginnen würde. Ängstliche Zeitgenossen sollen zu Sylvester 2000 sogar Aufzüge, Eisenbahnen und Flughäfen gemieden haben, aus Furcht vor schrecklichen Systemabstürzen. In der realen Welt passierte nix.

Finanzberater operieren lieber mit Varianten der Basel-Regeln, also Änderungen von Eigenkapital- oder Rating-Vorschriften, auf die sich das internationale Bankensystem verständigt. Bei der BIZ in Basel hat auch der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (Basel Committee on Banking Supervision) seinen Sitz. Dessen Beschlüsse sind oft bestens geeignet, Mittelständler in Angst und Schrecken zu versetzen. Es drohen strengere Finanzierungskonditionen und höhere Zinsen. Gegenmittel weiß natürlich der kluge Berater.

Dauerbrenner unter den Werbewarnungen, mit denen Dienstleister auf sich aufmerksam machen, ist die grauenvolle Nachfolgeproblematik. Alljährlich schreckt das Kölner Institut für Mittelstandsforschung Millionen Unternehmer mit seinen neuesten Berechnungen und weist akribisch nach, dass Hunderttausende von Firmen vor ungelösten Nachfolgesituationen stehen. Verschwiegen wird dabei, dass die Firmendefinition von Konzernen bis zu Kiosken reicht. Eigentlich sind Nachfolgefragen fast so voraussehbar wie ein Pensionseintritt, nur dass der Zeitpunkt weniger fest steht.

Als neuer Geisterfahrer unter den Akquisitionsthemen tritt neuerdings die demographische Entwicklung hervor. Ist Ihr Unternehmen auf das plötzliche Ausdünnen ganzer Nachwuchsgenerationen hinreichend vorbereitet? Wir haben die passenden Lösungen! So etwa das Strickmuster. Auch in unserer Branche macht sich mancher Hoffnungen: Interim Professionals – damit lassen sich Sie demographischen Lücken überbrücken!

Ich weiß nicht so recht. Demographie ist eher ein Langfristproblem, Interim eher eine Kurzfristlösung. Demographisch bedingte Nachwuchsstaus treten naturgemäß zunächst bei den jüngeren Mitarbeitern auf. Rückläufige Bewerberzahlen bei Jungingenieuren: Erhöht das die Chancen der ja nicht immer ganz so jungen Interim Manager? Insgesamt kann eine größere Anspannung am Markt für Führungskräfte auch die Nachfrage nach temporären Lösungen befördern – wir hätten nichts dagegen. Aber Werbebriefe, mit denen wir Interim Manager als Antwort auf die demographischen Herausforderung anpreisen – dergleichen müssen Sie von ZMM nicht befürchten.

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