Mit Vollgas im Kreis? Doch schön, wenn mal kein Feuerwehrmann für Interim herhalten muss

Foto: MMchen/Quelle: photocase.com

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Über eine der letzten Veröffentlichungen des Jahres hatten wir uns besonders gefreut. So etwas fällt einem ja nicht in den Schoß, weil die geneigte Presse unbedingt einen ZMM-Professional interviewen will. Schön wär’s. Ursprünglich hatte unsere AIMP-Agentur einen Journalisten für die Idee begeistert, einen Interim-Kunden zu interviewen. Nun sind Kunden oft komisch. Manche genieren sich, wenn sie mit Projekten in der Zeitung stehen. Aber das ist ein anderes Thema.  In diesem Fall landete der Reporter nach gefühlt 50 eMails oder Telefonaten mit gefühlt einem halben Dutzend Beteiligter letztlich bei unserem Interim Manager. Anders als viele Kunden freut sich jeder Freelancer, wenn er in der Zeitung steht. So kam denn auch eine gute Story heraus, sogar ZMM wurde erwähnt. (Den Medien unseren Wertschöpfungsbeitrag deutlich zu machen, ist auch nicht immer ganz einfach. Aber sei’s drum.) Das ganze Team freute sich, als beim Mittagessen der Ausdruck kursierte.

Das ganze Team? Natürlich nicht. Den gesellschaftskritisch geschulten Augen einiger Kollegen entging nicht, dass die Redaktion als Aufmacher Bilder von Formel-1-Rennen verwendet hatte. Formel 1! Das geht ja gar nicht! Wir sind doch ein grünes Unternehmen! Und unsere Interimer, das sind doch keine Menschen, die sich für viel Geld immer nur im Kreis drehen!   

Ich muss gestehen, dass die Kritiker mir aus dem Herzen sprachen. In Zeiten des Klimawandels ist eine Sportart, deren Ausübung mit gewaltiger Brennstoffverbrennung einher geht, eine Mischung aus obszön und frivol. Absurd hoher Energieverbrauch entsteht ja nicht nur durch die kreisenden Boliden, sondern auch den Wanderzirkus der Mechaniker, Presse-Fuzzis, Glamour Girls und wer nicht sonst alles von Rennen zu Rennen zieht. Wenn dann noch so viel Geld verdient wird, dass eine Branchengröße einen Staatsbanker mal eben mit 40 Millionen bestechen kann, und man zugleich das Gefühl nicht los wird, dass die Zuschauer eigentlich nur darauf hoffen, dass eine der Kisten brennend in die Tribüne fliegt – mir zumindest vergeht dann der Spaß.   

Bei jeder Sportart wird Energie verbraucht. Ich will nicht ausrechnen, wie viel Energie ein einziges Bundesligaspiel verbrennt. Aber der Fußball selbst wird noch mit Körperkraft betrieben, nicht mit Verbrennungsmotoren. Sie merken schon, meine Lieblingssportart sind  Autorennen nicht. Immerhin blieb uns die sonst dominierende Bebilderung mit Feuerwehrleuten, Hubschraubern oder Rettungsringen diesmal erspart. Nach hunderten von Artikeln mit Feuerwehrbildern war das wohl der erste mit Formel 1.   

Und eines stimmt an der von der Bildredaktion gewiss intendierten Analogie. In der Formel 1 wie im Interim Management zählt das Individuum. Ein neuer Fahrer, ein Wechsel des Teamchefs, schon fährt ein bisher erfolgloses Team den anderen davon. Solche Effekte bekommen Sie auch bei uns. Und das ganz ohne exzessive Sprit-Verbrennung.

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