Marketing-Idee aus Ungarn: Mehr Sabbaticals mit Interimern

Photo: williamveder / photocase.de

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Einer meiner besten Öko-Freunde hat einen kreativen Sohn, Áron Lukacs. Áron ist Interim Manager und schreibt überdies im BBJ, dem Budapest Business Journal. Er wundert sich, warum gerade gute und erfolgreiche Manager so gut wie nie Sabbaticals machen (BBJ-Beitrag lesen).

Folgt man Áron, dann lässt unsere gesamte Interim-Branche gewaltige Absatzpotentiale brach liegen. Warum arbeiten wir nicht mit Reisebüros zusammen? Neben den Prospekten von TUI und FTI läge eine ZMM-Broschüre aus: ZMM übernimmt Ihr Büro, Sie fahren nach Lepanto. Mit Interim Professionals entspannt in den Langzeit-Urlaub. ZMM könnte auch die entsprechenden Wohnungen vermitteln, in Kooperation mit Sabbatical Homes. Und wenn gestresste Top Manager auf diese Weise in die Lage kämen, eine Väterauszeit zu nehmen, käme das auch den Familien und der Gleichberechtigung zugute.

Aber Spaß beiseite, hat Áron nicht Recht? Vielleicht beantragt der eine oder andere unserer Leser jetzt schon sein nächstes Vaterschafts-Sabbatical beim Aufsichtsrat. Bitte schreiben Sie uns Ihre Meinung dazu.

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ZMM 20 Jahre: Rückblick II
2001 bis 2006: Das Startup wird wichtiger Anbieter und Wegbereiter auf Branchenebene

Unternehmenserfolg

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Schon 1979 entstehen die zwei ersten deutschsprachigen Interim-Anbieter, Brainforce in Zürich und Alpha in Wiesbaden. Für zwei Dekaden führt die Dienstleistung ein Nischendasein und sieht sich selbst nur als Spezialform der Beratung. Bis in die späten Neunziger bleibt der Interim-Markt überschaubar, ich erinnere mich nur an eine Handvoll Wettbewerber. Doch die Startup-Welle der New Economy regt auch in unserer Nische viele Gründungen an. Veröffentlichungen über Interim Management nehmen sprunghaft zu. Mit Interim Management, Top-Kräfte auf Zeit lieferte meine frühere McKinsey-Kollegin Vera Bloemer das erste umfassende Handbuch (später mehrfach neu aufgelegt). Die Welt nimmt uns zur Kenntnis, unsere Nobody-Phase ist zu Ende.
Damit wächst auch unser Branchenbewusstsein. In einem Außenalster-Café spreche ich 2003 mit Thorsten Becker über die Notwendigkeit einer Branchenplattform. Später folgt Jürgen Becker, gemeinsam gründen wir erst den BIM (Bundesarbeitskreis Interim Management) und firmieren ihn 2005 zum AIMP um, um auch Schweizer und Österreicher aufnehmen zu können. So hat der BIM rasch ausgedient, doch dafür gibt es bald viele FIMs, TIMs und WIMs: Regionale und DACH-weite Foren, jährliche Treffen der Interim Provider und Workshops für Interim Management.

Wie die gesamte Branche erzielt ZMM in diesen Jahren rasantes Wachstum. Ende 2001 überschreitet unser Managerpool die 800er-Marke, ZMM hat acht Mitarbeiter. 2003 werden wir nach Prüfung durch die IHK sogar Lehrbetrieb und erhalten Markenrechte für unser neues Angebot QuickHire®. In diesen Jahren erweitert sich unser Branchenportfolio ständig um neue, erstmals bediente Branchen, darunter auch ein Trompeten-Hersteller oder ein Importeur französischer Käse. Ende 2004 erfordert die steigende Mitarbeiterzahl den Umzug in ein größeres Büro. 2005 veranstalten wir mit Münchner Providern das erste FIM® in München, mit knapp 200 Teilnehmern ein erfolgreicher Vorreiter vieler Foren, die der AIMP heute in vielen Städten anbietet.
Geschäftlich ist 2004 das bis dahin erfolgreichste ZMM-Jahr: Der Umsatz steigt um 60 Prozent, das Büro wächst auf zwölf Personen. Wir war’n noch niemals in New York? 2005 läuft dort unser erstes USA-Projekt, die Restrukturierung der Zwischenholding eines deutschen Konzerns.

Neun Jahre nach seiner Gründung bearbeitet ZMM 2005 die 1000. Kundenanfrage. Im Januar 2006 werden doppelt so viele Anfragen bearbeitet und dreimal so viele Aufträge generiert wie im Vorjahr. Im Juli erteilt der TÜV Süd unserem QM-System die Zertifizierung nach ISO 9001. Zehn Jahre nach Gründung gehört ZMM mit einem Pool von über 3000 Interim Professionals und mit knapp 300 erfolgreich durchgeführten Projekten in Deutschland zu den Marktführern der Branche.

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Harry, David, Boris King? Dann doch lieber Gräfelfing!

Quelle: duncan1890 / iStockphoto

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Willie, Willie, Harry, Stee,
Harry, Dick, John, Harry three;
One, two, three Neds, Richard two,
Harrys four, five, six… then who?
Edwards four, five, Dick the bad,
Harrys twain (VII, VIII) and Ned the Lad;
Mary, Bessie, James the Vain,
Charlie, Charlie, James again…

So erlernen junge Briten die Reihe ihrer Monarchen. Harry VIII zum Beispiel führte England 1531 aus der damals einzigen Weltorganisation, der katholischen Kirche heraus, nur um Katharina von Aragon loszuwerden und Anne Boleyn heiraten zu können (und später hinzurichten). Toll zu lesen in Hilary Mantels ‚Wolf Hall‘. David Cameron versprach den EU-Gegnern bei den Torys ein Referendum, nur um mit 38 Premier werden zu können. Boris Johnson, eigentlich kein EU-Gegner, setzte sich an die Spitze der Leave-Kampagne, nur um Cameron die Tour zu vermasseln, seinem Verbindungsbruder aus Studienjahren. Staatsmännisch war das alles nicht.

Offenbar leben wir in einem spätpubertären Zeitalter. Die US Tea Party müsste eigentlich Puberty Party heißen, so kindisch und unerwachsen mutet ihr Denken an. Berlusconi (bald 80) benimmt sich seit Dekaden wie ein Halbstarker. Pöbel-Politiker wie Donald Trump, Sarah Palin, Beppe Grillo oder Geert Wilders überzeugen nicht durch die Reife ihres Urteils. Bei Familie Le Pen herrscht Arbeitsteilung: Das Pöbeln übernimmt Jean-Marie (88). Jörg Haider machte aus der ehemals rechtskonservativen FPÖ einen Proletenverein.

Warum lassen sich ganze Völker von derart kindischen Politikern verführen? Die Briten wollten die EU auf ein großes Kaufhaus reduzieren, mit Sonderrabatten für GB, aber ohne gemeinsames Rathaus daneben. Dass für uns Kontinentaleuropäer auch Menschenrechte dazugehören und die Freizügigkeit von Menschen, nicht nur Waren, blieb ihnen fremd. Jetzt versprachen die Brexiteers schon, mit den eingesparten Beitragsmilliarden alle möglichen sozialen Zwecke zu finanzieren – nur vergaßen sie dabei, dass künftig ja auch großzügige EU-Mittel für Regionen, Kommunen oder Wissenschaft wegfallen. Dabei liegt Britannien mit einem negativen Haushaltsaldo von nur -0,23 Prozent des BIP von allen Nettozahlern an niedrigster Stelle. Unser Saldo ist mehr als doppelt so hoch (-0,52), das der Niederlande liegt bei -0,71 Prozent. (Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung)

Harry, David und Boris blieb der Erfolg versagt. Trotz Heinrichs vieler Frauen und Kinder starben die Tudors bald aus. Ihm folgte ein Chaos-Jahrhundert. David Cameron verlässt ein Kingdom Divided. EU-Kommissar kann er auch nicht mehr werden. Auch Boris Johnson muss neue Wege finden, vielleicht als blonder Bond-Bösewicht? Deutschstämmig ist er ja. Beide haben sich verzockt, ganz Europa muss dafür bezahlen. Ihr gemeinsames Motto könnten sie bei Annette Louisan finden: Ich will doch nur spielen, ich tu doch nichts.

Quelle: privat

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Quelle: privat

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In Zeiten pubertärer und rücksichtsloser Ich-Sucht und Spielerei muss ZMM positive Gegenzeichen setzen. Zurück zur Natur, so riefen wir mit Rousseau, bewaffneten uns mit Mistgabeln und Schubkarren und engagierten uns zum Heuen und Grasschleppen auf einem köstlichen Biotop, am Rande von Münchens südöstlicher Nachbargemeinde Gräfelfing. Der genaue Ort wird nicht verraten, aber auf der Website des Landesbundes für Vogelschutz findet man mehr Informationen. Man belohnte uns mit einem wunderbaren Dejeuner sur l’herbe. Danke an Christian Köbele und Joachim Schmidt-Sibeth!

Wir wollen nicht nur spielen, wir tun etwas. Im Ehrenamt engagiere ich mich übrigens bei Green Budget Europe. Dort geht es um marktwirtschaftliche Umweltpolitik für ganz Europa. Einen wichtigen Beitrag dazu lieferte auch Boris Johnson, indem er gegen die Tory-Linie die von Ken Livingstone erkämpfte London City Toll fortführte und ausbaute. Muss lange her sein.

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